bloodbound warofdragonsBis 2016 kannte ich BLOODBOUND nur als eine der ehemaligen Bands des jetzigen SERIOUS BLACK Sängers Urban Breed. Im letzten Jahr veröffentlichte AFM dann als Teil der Limited Edition des SERIOUS BLACK Albums „Mirrorworld“ die dreiteilige, von der Band zusammengestellte, Kompilation „Best-Of AFM Tracks“, auf der auch der Song „Moria“ von BLOODBOUND enthalten ist. Da der Song mir damals recht gut gefiel, beschäftigte ich mich einmal eingehender mit den Schweden und stellte fest, dass die 2004 gegründete Gruppe zum damaligen Zeitpunkt bereits sieben Alben veröffentlicht hatte.

Mit „War Of Dragons“ erscheint nun demnächst das achte Album der Band. Nun zählt Power Metal nicht gerade zu meinen bevorzugten Genres und die Bands, die mir gefallen, kann man leicht an einer Hand abzählen, doch nachdem ich mich durch die bisherigen Veröffentlichungen der Musiker gehört hatte, und mir besonders das 2014 veröffentlichte „Stormborn“ recht gut gefiel, war ich gespannt, was die Mannen aus Bollnäs mit ihrem neuen Werk abliefern.

Doch bereits beim Lesen des mitgesandten Promotiontextes der Plattenfirma konnte ich mir ein erstes, leichtes Stirnrunzeln nicht verkneifen. Stand da doch etwas von noch mehr Bombast. Eine Ankündigung, die mich persönlich immer recht skeptisch macht.

Auf „War Of Dragons“ machen Patrik J Selleby (Gesang), Tomas Olsson (Gitarre), Henrik Olsson (Gitarre), Anders Broman (Bass) und Fredrik Bergh (Keyboards) diese Ankündigung auch tatsächlich wahr. Wer das Schlagzeug eingespielt hat, ließ sich leider nicht herausfinden, ich vermute aber, dass dafür noch der mittlerweile ausgestiegene Pelle Åkerlind verantwortlich ist.

Nach dem kurzen Intro „A New Era Begins“ geht es auch sofort mit „Battle In The Sky“ los. Und sofort fällt einem auf, dass BLOODBOUND auf „War Of Dragons“ um einiges schneller zu Werke gehen als noch auf „Stormborn“. Musikalisch sind die Künstler eh über jeden Zweifel erhaben. Songs wie „Battle In The Sky“, „Tears Of A Dragonheart“ und das richtig gute “Silver Wings” mit seinen Flötenklängen wissen dann durchaus zu gefallen. Sänger Patrik darf man eh zu den besten seiner Zunft zählen.

Dennoch gibt es einen Punkt auf „War Of Dragons“, der einem den Hörgenuss so richtig verdirbt und das ist der Klang der Scheibe. Nichts gegen epische Klänge oder einen Hauch Bombast, aber meiner Meinung nach haben es die Schweden hier deutlich übertrieben.

Während die Keyboards und der Gesang viel zu sehr in den Vordergrund gemischt wurden, hört man die Gitarren von Tomas und Henrik Olsson fast nur, wenn diese gerade ein Solo zum Besten geben. Der Bass ist leider nur zu erahnen und das Schlagzeug eindeutig viel zu leise.

„War Of Dragons“ könnte ein richtig gutes Stück Power Metal sein. Die Songs sind nämlich echt nicht schlecht. Doch der viel zu glattgebügelte Sound und die Keyboards, die wie ein dicker Teppich über allem liegen, sorgen leider dafür, dass aus einer Scheibe, die richtig gut sein könnte nicht mehr als guter Durchschnitt wird. Schade, aber selten hat das Adjektiv „überproduziert“ so gut gepasst wie hier. Die „Power“, die dem Genre den Namen gibt, sucht man hier jedenfalls vergeblich. (Matthias)


Bewertung:

Matthias6,0 6 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 42:23 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 24.02.2017

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015