satyricon_-_the_age_of_nero.jpgÜber diese Band um Sigurd "Satyr" Wongraven und seinem Mitstreiter Frost braucht man sicherlich keine großen Worte der Vorstellung mehr zu verlieren - aus den Schuhen des primitiven Black Metals schon lange entwachsen, praktiziert der Großmeister spätestens seit der "Rebel Extravaganza"-Scheibe seine eigene Vorstellung von pechschwarzem, musikalischem Nihilismus und hat sich durch ungewöhnliche Stilmittel (z.b. Hammond-Orgeln) vom puristischen Untergrund gelöst.
Auf diesem neuen Pfad traf man schon auf gar disko-kompatible Hits wie "King" oder "Repined Bastard Nation", was Szene-Polizisten sauer aufgestoßen sein wird. Aber darum kümmert sich Satyr wohl einen feuchten Furz.Denn nun liegt mit "The Age of Nero" der nächste Wegweiser auf dem Pfad in den Metal-Olymp vor und wird keinen Fan der neueren Ausrichtung enttäuschen.

Und mit Peitschenhieben zu Beginn von "Commando" treibt Satyr die Sklaven für eine neue Gladiatorenschlacht in die Arena. Die folgenden Double-Bass und Blast-Salven von Frost eröffnen in den nächsten viereinhalb Minuten einen erbarmungslosen Kampf um Leben und Tod. Ein idealer Einstieg!
"The Wolfpack" legt dann einen Gang niedriger ein und ist eher in Mid-Tempo-Riff-Tradition wie "The Pentagram burns" gehalten, aber nicht minder aggressiv. Unbarmherzig nach vorne treibend bahnt sich das Wolfsrudel seinen Weg in den Gehörgang und stellt das Fundament für den nächsten Hammertrack: Der Video-Song "Black Crow on a Tombstone" wird der nächste Hit, da bin ich mir sicher! Dieser einprägsame Refrain bleibt sofort hängen, ganz in Tradition der oben genannten älteren Tracks. Ein beeindruckendes Triple zu Beginn der Scheibe - Was Satyr da in den norwegischen Wäldern mit Snorre Ruch kreiert hat, sucht wirklich seinesgleichen!

Das Ganze wurde dann in L.A. in den "Sound City"-Studios (u.a. SLAYER, METALLICA) in Szene gesetzt mit Satyr himself an den Reglern und mit Joe Baresi (TOOL, QUEENS OF THE STONE AGE) zusammen veredelt. Große Namen, denen Satyr gerne nacheifern würde - zumindest was den Bekanntheitsgrad und den Erfolg ausmacht.
Aber ganz so abwegig ist dies gar nicht: Mit prominenten Befürwortern wie Phil Ansolmo (PANTERA, DOWN) und einem gerade abgeschlossenen Amerika-Deal ist einiges, auch in den Staaten, möglich!
Ausserdem hält auch der Rest der Scheibe das qualitativ hohe Level: Ob das im Voraus als EP veröffentlichte und klirrend kalte "My Skin is cold", das rasendschnelle "Die by my Hand" oder das abschließende "Den Siste" (wieder wie "To the Mountains" mit dezenten, aber dennoch monumentalen Bläsern akzentuiert): SATYRICON erkennt man unter tausenden Bands sofort heraus und wieder leistet man sich kaum einen Durchhänger - lediglich "Last Man standing" fällt in meinen Augen ein wenig gegenüber dem Rest von "The Age of Nero" ab.
Dafür entschädigt jedoch das vorangehende "The Sign of the Trident" doppelt und dreifach. Auch hier stimmt wieder angefangen beim Riffing, den Dampfhammer-Drums und dem Refrain alles.

Der Triumphzug von SATYRICON geht weiter! Satyr schafft es wieder einmal, den unnachahmlichen Stil seiner Band neu zu verpacken und strebt weiter zu höheren Zielen. Ich bin gespannt, wie die anstehende Europa-Tour ausfallen wird, in Saarbrücken ist NECKBREAKER jedenfalls für euch zu 100 Prozent am Start!

(Brix)

Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 42:46 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 14.11.08  

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